Projekt Baerwaldbad - Wedding - Virchow Klinikum
 
Wedding - Virchow Klinikum
Das Rudolf-Virchow Krankenhaus wurde, nach dem Krankenhaus im Friedrichshain (bis 1874), dem zum Krankenhaus umgebauten Siechenlazarettes Moabit (1872) und dem vom Hoffmanns Vorgänger Hermann Blankenstein erbauten Krankenhaus Am Urban (1890), als vierte städtische Krankenheilanstalt geplant. Ursprünglich war Hermann Blankenstein mit den Planungen beauftragt worden, und er stellte sie auch noch vor seiner Amtsübergabe an Ludwig Hoffmann fertig, doch dieser hatte nach seinem Amtsantritt bereits andere Pläne, die er letztendlich durchsetzen konnte.
Für diesen Bau orientierte sich Hoffmann an bereits bestehenden Krankenanstalten in Deutschland wie Hamburg Eppendorf oder Dresden und plante den Bau im damals modernen Pavillonstil. Dieses Vorhaben wurde von verschiedenen Stellen als zu kostspielig kritisiert, doch konnte sich Hoffmann mit der Hilfe von Rudolf Virchow durchsetzen.

Hoffmann mochte nicht nur, dass das Krankenhaus auf dem neusten Stand der Erkenntnis geplant wurde, sondern legte auch Wert darauf, dass der Patient sich als "gern gesehener Gast" fühlt (Hoffmann 1983:144). Gegenüber den alten Siechenhäusern am Rande der Stadt, sollte durch den Bau die Institution des Krankenhauses eine Aufwertung erfahren und auch für reichere Schichten interessant werden. So plante Hoffmann auf einem großen Gelände über fünfzig Gebäude, die nach einer achtjährigen Bauzeit unter großem Publikumsinteresse, bereits ein Jahr vor Vollendung des letzten Bauwerkes, eröffnet wurde. Das Rudolf-Virchow-Krankenhaus gehörte zu seiner Zeit zu den modernsten Kliniken der Welt und stand als Vorbild für spätere Krankenhausneubauten.

Die Witwe, des leider vor Vollendung des Bauwerkes gestorbenen Namenspatron Rudolf Virchow († 1902), Ferdinande Amalie Virchow schrieb, nachdem sie das Gelände besichtigt hatte, Hoffmann in einem Brief:
Sehr geehrter Herr Baurat!
[...] Ich hatte Ihnen danken wollen, daß nach ihren Angaben unter Ihrer Leitung dieses herrliche Werk entstanden ist, welches den Namen meines geliebten Mannes trägt. Von der Besichtigung kehrte ich tiefbewegten und dankerfüllten Herzens zurück in dem Bewußtsein, daß das Rudolf-Virchow-Krankenhaus das herrlichste Denkmal, auch ganz im Sinne des Verstorbenen bleiben werde, welches ihm jemals gesetzt werden kann. [...]
Hoffmann (1983:178)

Das Entrée bildet ein repräsentatives um einen grünen Innenhof herum gebautes Aufnahmehaus mit der Verwaltung und der Geburtenstation. Erst durch eine weitere Tordurchfahrt gelangt man auf das eigentliche Klinikgelände. Eine begrünte Mittelallee führt durch das Gelände an deren Seiten die einzelnen Pavillons für die verschiedenen Stationen stehen. Die Anlage wurde Parkähnlich angelegt.
Eine bauliche Mittelachse bildet das Zentrum des Geländes. Hier lagen die wichtigen Bereiche des Krankenhauses wie die Apotheke, das Bad, sowie ein Operationshaus. Hinter den Pavillons plante Hoffmann einen Versorgungsring, der die einzelnen Teile bedienen sollte, ohne dass die Ruhe und Harmonie der zentralen Allee gestört wurde. Hier befanden sich auch die Wirtschaftsgebäude wie die Küche, das Kessel- und Maschinenhaus, der Bleichplatz und der Wasserturm.
Einzelne Bereiche wie die Abteilung für Infektionskranke oder die Abteilung für Haut- und Geschlechtskranke wurde etwas abseits auf das Gelände platziert und besitzen einem seperaten Zugang zur Straße. In den hinteren Bereich wurde die Leichenhalle und das Pathologische Institut gelegt.

Wasserturm

Das Entrée bildet ein repräsentatives um einen grünen Innenhof herum gebautes Aufnahmehaus mit der Verwaltung und der Geburtenstation. Erst durch eine weitere Tordurchfahrt gelangt man auf das eigentliche Klinikgelände. Eine begrünte Mittelallee führt durch das Gelände an deren Seiten die einzelnen Pavillons für die verschiedenen Stationen stehen. Die Anlage wurde Parkähnlich angelegt.
Eine bauliche Mittelachse bildet das Zentrum des Geländes. Hier lagen die wichtigen Bereiche des Krankenhauses wie die Apotheke, das Bad, sowie ein Operationshaus. Hinter den Pavillons plante Hoffmann einen Versorgungsring, der die einzelnen Teile bedienen sollte, ohne dass die Ruhe und Harmonie der zentralen Allee gestört wurde. Hier befanden sich auch die Wirtschaftsgebäude wie die Küche, das Kessel- und Maschinenhaus, der Bleichplatz und der Wasserturm.
Einzelne Bereiche wie die Abteilung für Infektionskranke oder die Abteilung für Haut- und Geschlechtskranke wurde etwas abseits auf das Gelände platziert und besitzen einem seperaten Zugang zur Straße. Im hinteren Bereich wurde die Leichenhalle und das Pathologische Institut gelegt.

Das Aufnahmegebäude, Seitenflügel

Das Eingangportal


Nach dem zweiten Welkrieg wurde ab den Fünfziger Jahren das Klinikum weiter ausgebaut und mit modernen Gebäuden wie neuen Bettenhäusern udn Institute bestückt. Trotz Denkmalschutz wurden die meisten Pavillons abgerissen, besonders als die Klinik dem Universitätsklinikum der FU angegliedert worden ist, als sämtliche erhaltenen Pavillons auf der Nordseite für eine moderen Kinderklinik abgerissen wurden. Nach der Fusion der Universitätskliniken der Humboldt-Universität und der Freien Universität heißt das Krankenhaus heute: Charité, Campus VirchowKlinikum (CVK).

Quellen:
Döhl, Dörte (2004), Ludwig Hoffmann. Bauen für Berlin 1896-1924, Tübingen: Wasmuth
Hoffmann, Ludwig (1983), Lebenserinnerungen eines Architekten, hg. von Wolfgang Schächle, Berlin: Gebr. Mann Verlag (Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin 10)
Meyer, Bernhard (2000), Eine Gartenstadt für Kranke, Berlinische Monatsschrift Heft 4/2000, S.118-123. Online unter http://www.luise-berlin.de/Bms/bmstxt00/0004gesb.htm [26.06.2008]

Bilder:
Teilnehmer von Xenobau