Projekt Baerwaldbad - Ludwig Hoffmann
 
Ludwig Hoffmann

Ludwig Hoffmann, Quelle: Wikipedia

Ludwig Hoffmann wurde am 30. Juli 1852 in Darmstadt geboren. Zunächst studierte er gemeinsam mit A. Messel von 1873-1874 an der Kunstakademie Kassel. Von 1874-1879 absolvierte er an der Bauakademie in Berlin ein Architekturstudium, das er mit dem Staatsexamen abschloss. Er arbeitete von 1879-1884 als Regierungsbauführer unter Franz Schwechten beim Neubau der ehemaligen Berliner Kriegsakademie, Dorotheenstraße, Berlin.

1885 gewann er gemeinsam mit dem Norweger Peter Dybwad den Wettbewerb für das Reichsgericht in Leipzig, neben dem Reichstag in Berlin das wichtigste politische Symbol der ersten deutschen Einigung. 1896 war das Gebäude mit seiner Renaissancefassade, der großen Halle und der hohen Kuppel fertig. Hoffmann wurde sehr bewundert, die obersten Baubehörden zeigten Interesse und selbst der Kaiser wünschte ihn als Berater.
Im selben Jahr wurde er Berliner Baustadtrat. Diesen Posten hatte er bis 1924 inne.
In diesen 28 Jahren errichtete Ludwig Hoffmann mehr als 150 Anlagen mit mehr als 400 Einzelbauten für die Stadt Berlin, vor allem Schulen, Krankenhäuser, Feuerwachen, das märkische Museum, öffentliche Toiletten, den Märchenbrunnen, das Stadthaus, das Baerwaldbad und das Bad in der Oderberger Straße. Auch war er nach dem Tode A. Messels an der Ausführung des Pergamonmuseums auf der Museumsinsel beteiligt.

1906 wurde er mit dem Titel „Geheimer Baurat“ ausgezeichnet und erhielt die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule seiner Heimatstadt. Im selben Jahr wurde er als ordentliches Mitglied an die preußische Akademie der Künste berufen.

Zahlreiche Ehrungen und neue Aufgaben folgten:

1908 Mitglied der Königlichen Preußischen Akademie des Bauwesens

1911 Professor an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg, Senator der Akademie der Künste zu Berlin, Mitglied der Königlichen Akademie Dresden, Korrespondierendes Mitglied der Zentralvereinigung Östereichischer Architekten.

1917 Ehrendoktor der Technischen Hochschule Wien, Hessische Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft, Ehrenmitglied der Akademie der Künste Wien.

1922 Mitglied des Ausschmückungsausschusses des Reichstages in Berlin.

1923 Vizekanzler des Ordens „Pour le merite´ für Wissenschaft und Künste“, Ehrenmitglied des Akademischen Architektenvereins.

Als er 1924 in den Ruhestand trat, zeichnete ihn die Stadt Berlin mit der Ehrenbürgerwürde aus. Außerdem wurde er zum Ehrenmitglied des Royal Institute of British Architects, zum korrespondierenden Mitglied der argentinischen „socieda Central de Arquitectos“, zum Ehrenmitglied des „Vereins Berliner Architekten und Ingenieure“ und zum Ehrenmitglied der „Künstlervereinigung Berliner Bildhauer“ ernannt.

Als er 1932 starb, wurde er kaum eines Nachrufs gewürdigt. Die modernen Architekten wünschten nicht sich ihrer Väter zu erinnern. Nach dem Krieg versank sein Gedächtnis gänzlich.

Die Mehrzahl der Bauten Hoffmanns steht im einstigen Ost-Berlin. Hier lagen die großen Arbeiterviertel. Hier baute er Schulen, Krankenhäuser, Volksbäder, Ämter, um nachträglich eine soziale, hygienische und kulturelle Infrastruktur zu schaffen. Aufgrund ihrer Lage in der ehemaligen DDR sind viele dieser Bauten, wenn auch heruntergewirtschaftet, erhalten.

Text: Klaus Müller
Quellen und Literatur:
Döhl, Dörte (2004), Ludwig Hoffmann. Bauen für Berlin 1896-1924, Tübingen: Wasmuth Hoffmann, Ludwig (1983), Lebenserinnerungen eines Architekten, hg. von Wolfgang Schäche, Berlin: Gebr. Mann Verlag (Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin 10)



Gebäude von Ludwig Hoffmann in Berlin

Gebäude von Ludwig Hoffmann in Deutschland

Gebäude von Ludwig Hoffmann in Europa